Freitag , 4 April 2025

Horchler-Schwestern sorgen für deutschen Doppelsieg bei Supersprint-Premiere in Khanty Mansijsk

Foto: Detlef Eckert

Beim letzten IBU Cup der Saison in Khanty Mansijsk wurde ein neues Wettkampfsystem getestet, der sogenannte „Supersprint“. Karolin Horchler gewann als erste Athletin diese neue Wettkampfformat Super Sprint. Horchler, die nach der Qualifikation auf Rang fünf lag, war auch im anschließenden Finale treffsicher, auf der Strecke schnell unterwegs und siegte in einer Gesamtzeit von 15:08,5 Min. Im Supersprint der Herren ging der erste Sieg an Vetle Sjaastad Christiansen aus Norwegen.

Die Regeln des Supersprints

Die Regeln des Supersprints sind einfach: Er besteht aus zwei Teilen, der Qualifikation und dem Finale. Die Streckenlänge beträgt bei beiden 800m. Die Qualifikation ist ein Zeitrennen mit Einzelstarts in Intervallen von 30 Sekunden (und weicht damit für dieses Testrennen von den eigentlich festgelegten 15 Sekunden ab). Die Gesamtstreckenlänge beträgt 2,4km (dreimal 800m, unterbrochen von zwei Schießeinlagen – liegend, stehend). Die besten 30 Athleten aus der Qualifikation gehen zeitgleich in das Finalrennen über 4km (5 Runden à 800m mit vier Schießeinlagen – liegend, liegend, stehend, stehend). Sowohl in der Qualifikation als auch im Finale hat jeder Athlet 3 Nachlader pro Schießeinlage. Trifft er trotzdem nicht, muss er eine Strafrunde von 75m pro Fehler absolvieren. Beide Rennen werden am selben Tag durchgeführt. Die besten 30 aus der Qualifikation schaffen es ins Finale.

Die Qualifikationsrennen

Vier Deutsche Damen schaffen es in die Top 10

Die Qualifikation für sich entscheiden konnte in einer Gesamtzeit von 8:41.3Min die Schwedin Johanna Skottheim. Sie benötigte in der ersten Schießserie zwei Nachlader, stehend kam sie ohne aus. Nur 1,2 Sek fehlten der Italienerin Alexia Runggaldier, die in beiden Schießeinlagen ohne Nachlader auskam. Platz drei ging an Tamara Voronina aus Russland, mit insgesamt einem Nachlader fehlten ihr 5,9 Sek auf die Schwedin Skottheim. Dann kam auch schon mit Annika Knoll, Karolin und Nadine Horchler ein Deutscher Dreierpack. Die junge Schwarzwälderin zeigte ihre Stärke am Schießstand und belegte Rang 4, sie war lediglich 6,3 Sek langsamer als die Qualifikationssiegerin. Beachtlich, Knoll hatte die schnellste Schießstandzeit und die zweitschnellste Schießzeit im kompletten Feld. Platz fünf sicherte sich mit einer fehlerfreien Schießleistung Karolin Horchler, die ebenfalls gute Zeiten aufweisen konnte. Sie hatte in beiden Kategorien je die sechsbeste Zeit. Nadine Horchler belegte mit zwei Nachladern liegend und der vierten Laufzeit den fünften Platz. Luise Kummer kam liegend ohne Nachlader aus, benötigte aber im stehenden Anschlag einen, was ihr den neunten Platz bescherte. Auch Luise Kummer konnte die gute Platzierung wegen der schnellen Zeiten am Schießstand belegen, sie war trotz Nachlader drittschnellste Schützin im Feld. Janina Hettich wurde mit zwei Nachladern im stehenden Anschlag am Ende 16te. Die sechste DSV Athletin Marion Deigentesch konnte nicht an den Start gehen.

Nawrath belegt Rang 5

Bei den Herren konnte der Russe Eduard Latypov, mit einer weißen Weste am Schießstand, das Renen in einer Gesamtzeit von 7:41.4Min gewinnen. Zweiter wurde der Norweger Aslak Nenseter, der ebenfalls kein seiner Nachladepatronen verwenden musste. Ihm fehlten am Ende hauchdünne 1,3Sek. Petr Pashchenko aus Russland wurde mit einem Rückstand von 1,7Sek und insgesamt zwei Nachladern dritter vor dem Schweden Torstain Sternersen, der mit einer Nachladepatrone im stehenden Schießen vierter wurde. Dann kam mit Philipp Nawrath der erste Deutsche. Er musste liegend zweimal gebrauch von seinen Nachladepatronen machen und im stehenden Anschlag kam eine weitere dazu. Florian Graf belegte mit je einem Nachlader den 10ten Platz, mit einem Rückstand von 17,4Sek. Marco Groß (0-0, 0-2) fehlten am Ende auf Rang 15 22,1Sek nach ganz vorne. Je zwei Nachlader benötigte Philipp Horn, der damit den 22 Rang belegte. Dominic Reiter (0-1, 0-2) beendete seine Qualifikation auf dem 29ten Platz und schaffte es somit gerade noch in das Final. Der 33 Rang ging an David Zobel, ihm reichten im liegend Schießen nicht alle Patronen aus, was ihm eine Strafrunde einbrockte, stehend kamen drei weitere Nachlader hinzu. Er verpasste das Finale leider um drei Plätze.

Das Finale

Im Finale starteten die 30 besten Frauen und Männer aus der Qualifikation gleichzeitig, um die ersten Sieger im Supersprint zu ermitteln. Karoln Horchler startete ins Finale mit zwei perfekten Liegendschießen und lag knapp hinter der führenden Russin Kristina Reztsova. Während Reztsova beim ersten Stehendschießen alle drei Nachlader für ihre fünf Scheiben benötigte, räumte Karolin Horchler alles ab und übernahm die Führung vor der Russin Tamara Voronina und Nadine Horchler. Beim vierten und letzten Schießen gaben sich die drei Führenden keine Blöse und so mußte die Entscheidung auf der letzten 800 m-Runde fallen. Während Karolin Horchler vorne weg maschierte überholte Nadine Horchler die Russin Voronina und sicherte sich den zweiten Rang. Voronina setzte sich noch ganz knapp gegen ihre Teamkollegin Evgenija Pavlova durch und sicherte sich den dritten Rang. Rang fünf ging an die Österreicherin Susanne Hoffmann vor der Siegerin der Qualifikation, Johanna Skottheim aus Schweden.

Mit einem Rückstand von 1:07,2 Min. belegte Luise Kummer im Endklassement den 13. Rang beim Premiererennen des Supersprints. Annika Knoll, vierte nach der Quali, viel auf Rang 15 zurück. Janina Hettich kam als 19.ins Ziel.

Foto: HK-Media

Christiansen siegt bei den Männern!

Einen Sprung von Rang acht nach der Qualifiktion ganz nach vorne machte Vetle Sjaastad Christiansen. Christiansen startete ins Finale gleich mit zwei Nachladern bei den beiden Liegendschießen und lag bei Hälfte des Rennen auf den zweiten Rang. Nach einem fehlerfreien Stehendschießen von Christiansen und dem Österreicher Waeger setzten sich beide an die Spitze des Feldes und der Norweger lies sich den Sieg nicht mehr nehmen. Hinter Christiansen wurde der Österreicher Lorenz Waeger mit 6,1 Sekunden Rückstand  Zweiter. Vasilii Tomshin aus Russland kam knapp hinter dem Österreicher auf Rang drei. Rang vier ging an Christiansens Teamkollegen Vegard Gjermundshaug, der mit 15,7 Sekunden Rückstand den Franzosen Jean Guillaume Beatrix mit 16,5 Sekunden Rückstand auf Rang fünf und Petr Pashchenko aus Russland mit 16,9 Sekunden Rückstand auf Platz sechs verdrängte.

Die deutschen Herren hatten nach einer vielversprechenden Qualifikation mit dem Ausgang des Rennens am Ende nichts zu tun. Bester wurde nach Rang 22 in der Quali Philipp Horn mit einem Rückstand +22,3 Sek. als Zehnter, eine Sekunde vor Philipp Nawrath auf Rang 11. Florian Graf wurde 14. und der Ruhpoldinger Marco Gross kam als 22. ins Ziel.

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